Geschichte

Anton Bruckner

Anton Bruckners leben


* 04.09.1824 in Ansfelden (Oberösterreich)

+ 11.10.1896 in Wien

Anton Bruckner war Sohn eines Lehrers, dessen Vorfahren - Bauern und Handwerker - aus Niederösterreich zugewandert waren. Ersten Unterricht in Orgelspiel und Generalbass erhielt er von seinem älteren Vetter Johann Baptist Weiss. Nach dem frühen Tod des Vaters im Juni 1837 trat Bruckner als Sängerknabe in den Augustinerchorherren-Stift St. Florian ein. In seiner barocken Kirche stand die größte Orgel des Donautals. Aber nicht nur dieses Instrument, auch Klavier und Geige wurden ihm vertraut.

Der Familientradition folgend sollte auch er Lehrer werden und besuchte deshalb 1840/41 die Präparandie in Linz. Musikalisch profitierte er dort vom Unterricht bei August Dürrnberger. Von 1841 bis 1845 war unter entwürdigenden Umständen als Schulgehilfe in Windhag und Kronsdorf beschäftigt. Um sein Gehalt aufzubessern, musste er sich nebenher als Bauernknecht und Tanzbodengeiger betätigen.

1845 ging Bruckner wieder nach St. Florian, zuerst als Hilfslehrer, 1848 provisorisch und 1851 definitiv als Stiftsorganist. Neben seiner Organistentätigkeit studierte er unermüdlich. So lernte er die Kirchenmusikliteratur großer und kleiner Meister kennen und beschäftigte sich besonders mit den Orgelwerken von Johann Sebastian Bach und Felix Mendelssohn-Bartholdy. Richtig wohl fühlte er sich hier jedoch nicht: "Unser Stift behandelt Musik und folglich auch Musiker ganz gleichgültig...". So muss es eine Erlösung für ihn gewesen sein, als er am 14.11.1855 - einen Tag nach seinem überaus glanzvollen Probespiel - die zunächst provisorische Stelle als Domorganist in Linz antreten durfte.

Notenblatt

Zu dieser Zeit hatte er bereits mehrere kirchenmusikalische Werke komponiert und aufgeführt. Er unternahm regelmäßig Studienreisen nach Wien, um bei dem berühmten Theorielehrer Simon Sechter Harmonielehre und Kontrapunkt zu studieren. Ab 1861 - 1863 betrieb er weitere Studien bei Otto Kitzler, dem Kapellmeister des Linzer Theaters, der ihn mit Wagners "Tannhäuser" und mit den Geheimnissen der Instrumentation bekannt

machte. Kitzler war es auch, der Bruckner Mut machte, Werke größeren Formates in Angriff zu nehmen. So entstanden erste  Meisterwerke, die Nullte (von Bruckner so und als "nur ein Versuch" bezeichnet) und die 1. Sinfonie sowie drei Messen. 1865 machte er anlässlich der Uraufführung von "Tristan und Isolde" in Bayreuth Bekanntschaft mit Richard Wagner, den er glühend verehrte und dem er 1873 seine 3. Sinfonie widmete, ohne dass Wagner die Bedeutung des österreichischen Symphonikers erkannt hätte.

1868 wurde Bruckner, der sich inzwischen auch als hervorragender Orgelspieler und Improvisator im In- und Ausland einen Namen gemacht hatte zum Professor für Generalbass, Kontrapunkt und Orgel and das Wiener Konservatorium berufen. 1875 wurde er außerdem Lektor an der Universität, die ihn 1891 die Ehrendoktorwürde verlieh. Die Aufführung seiner 7. Sinfonie 1885 in München unter Hermann Levi brachte den internationalen Durchbruch. Trotzdem erntete er mit seiner 8. Sinfonie auch viel Feindschaft. Er wurde, ohne es selbst zu wollen und sich programmatisch festzulegen, in den musikalischen Streit zwischen den Anhängern der Wiener Klassik und den "Neudeutschen", als deren Parteigänger Bruckner seiner Wagner-Verehrung wegen galt, hineingezogen. In die Wiener Zeit fällt auch die Komposition des Streichquintetts F-Dur und des "Te Deum", das er selbst als Quasi-Schlusssatz seiner unvollendeten 9.Sinfonie bezeichnet hat.

1891 trat Bruckner, schon seit langem kränklich, in den Ruhestand.

Unermüdlich arbeitete er weiter; seine 9. Sinfonie musste er als gewaltigen Torso zurücklassen. Bruckner fand seine letzte Ruhestätte in der Stiftskirche von St. Florian unter der von ihm eingeweihten Orgel.

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